Eine Abbildung eines Balkendiagramms mit drei Balken, wobei der dritte Balken ein nach oben gerichteter Pfeil ist. Daneben befindet sich das Symbol für die allgemeine Zugänglichkeit.

Aufbau eines Business Case für digitale Barrierefreiheit: Nicht nur Compliance, sondern Wettbewerbsvorteil

Geschrieben von: Jeff Mills am 25. August 2023

In einer digital vernetzten Welt ist Barrierefreiheit nicht länger ein Luxus oder ein nachträglicher Gedanke. Sie ist eine Notwendigkeit. Für Unternehmen kann die Vernachlässigung der digitalen Barrierefreiheit zu rechtlichen Komplikationen führen und einen großen Teil der potenziellen Kunden isolieren. Überraschenderweise unterschätzen viele Unternehmen immer noch den Wert einer besseren Zugänglichkeit ihrer digitalen Plattformen. Wenn Sie sich in Ihrem Unternehmen für diese Sache einsetzen müssen, finden Sie hier eine Anleitung, wie Sie einen überzeugenden Business Case für digitale Barrierefreiheit erstellen können.

Das Marktargument: Ein größeres Publikum erschließen

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation leben über eine Milliarde Menschen mit irgendeiner Form von Behinderung. Das sind etwa 15% der Weltbevölkerung. Wenn Sie Ihre digitalen Inhalte nicht zugänglich machen, schließen Sie möglicherweise einen großen Teil des Marktes aus. Noch wichtiger ist, dass Verbesserungen der Barrierefreiheit auch anderen Gruppen zugute kommen, z. B. älteren Erwachsenen oder Menschen mit vorübergehenden Beeinträchtigungen.

Der rechtliche Aspekt: Minimierung des Risikos

Die Zahl der Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit dem Americans with Disabilities Act (ADA) hat zugenommen. Unternehmen aller Branchen sehen sich in teure und rufschädigende Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Proaktive Investitionen in die digitale Barrierefreiheit sind nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern schützen auch vor möglichen Klagen.

Die ROI-Perspektive: Bessere Benutzerfreundlichkeit und SEO-Vorteile

Wenn Sie die Zugänglichkeit einer Website verbessern, verbessern Sie oft auch das Nutzererlebnis. Funktionen wie eine vereinfachte Navigation, die Verfügbarkeit von Transkripten und ein besserer Farbkontrast erleichtern die Nutzung und die Navigation auf Ihrer Website, was die Absprungrate verringert und die Verweildauer auf Ihrer Plattform erhöht. Darüber hinaus sind barrierefreie Websites in der Regel auch SEO-freundlicher. Bessere Rankings können zu einer höheren Sichtbarkeit und damit zu mehr Umsatz und Kundenbindung führen.

Der Blickwinkel der Innovation: Zukunftssicherheit für Ihr Unternehmen

Aufkommende Technologien wie Sprachassistenten und KI-gesteuerte Plattformen machen die digitale Landschaft zugänglicher. Die frühzeitige Übernahme dieser Technologien schafft die Grundlage für eine innovative, zukunftsorientierte Marke. Außerdem führt barrierefreies Design oft zu besserem Produktdesign und fördert so die Innovation.

Das Branding-Element: Soziale Verantwortung und Reputation

Die Verbraucher interessieren sich zunehmend für die ethischen Aspekte der Unternehmen, die sie bevorzugen. Zugängliche digitale Plattformen demonstrieren soziale Verantwortung und vermitteln eine Botschaft der Inklusivität und Gleichberechtigung. Dies wirkt sich positiv auf den Ruf Ihrer Marke aus, was in einem Markt mit vielen Optionen von unschätzbarem Wert ist.

Erstellung des Business Case: Taktische Schritte

  1. Beginnen Sie mit einem Audit der digitalen Barrierefreiheit: Bevor Sie Änderungen vorschlagen, sollten Sie wissen, wo Sie stehen. Nutzen Sie Tools und Berater, um die Zugänglichkeit Ihrer aktuellen digitalen Ressourcen zu bewerten.
  2. Frühzeitige Einbindung von Stakeholdern: Für den Erfolg eines Projekts ist die Zustimmung der wichtigsten Interessengruppen entscheidend. Präsentieren Sie den Business Case den Führungskräften aller Abteilungen, nicht nur der IT und des Marketings.
  3. Einen Fahrplan entwickeln: Erstellen Sie einen Schritt-für-Schritt-Plan für die Umsetzung von Änderungen, der idealerweise mit umfassenderen Initiativen zur digitalen Transformation abgestimmt ist.
  4. Zuweisung von Budget und Ressourcen: Legen Sie klar dar, welche finanziellen und personellen Ressourcen für die Umsetzung des Fahrplans erforderlich sind.
  5. KPIs und Metriken festlegen: Definieren Sie den Erfolg in messbaren Begriffen. Zu den Metriken könnten das Engagement der Nutzer, die Verringerung rechtlicher Risiken oder sogar die Bewertung der Markenstimmung gehören.
  6. Überprüfen und Verfeinern: Nach der Umsetzung sollten die Auswirkungen regelmäßig überprüft und angepasst werden. Es sollte sich um eine kontinuierliche Anstrengung handeln, nicht um eine einmalige Initiative.

Digitale Barrierefreiheit ist nicht nur eine Frage der Einhaltung von Vorschriften, sondern ein Wettbewerbsvorteil, ein Innovationsmotor und ein Zeichen für die soziale Verantwortung von Unternehmen. Die Entwicklung eines Business Case für Barrierefreiheit ist strategisch sinnvoll und moralisch richtig. Indem Sie sich für digitale Barrierefreiheit einsetzen, öffnen Sie nicht nur die Türen zu einer inklusiveren Welt - Sie laden den geschäftlichen Erfolg ein, direkt hineinzugehen.

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